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Novalis

Berühmtes Novalis-Porträt für das Heimatschloss des Dichters gerettet

Wiederstedt, 4. März 2010. Ein großer Tag für Oberwiederstedt: Eine "Ikone" der deutschen Geistesgeschichte kehrt an seinen Ursprungsort zurück, wo es bis 1945 zu betrachten war. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Mansfeld-Südharz sichern gemeinsam die dauerhafte Präsentation des berühmten und einzig erhaltenen Porträts des Dichters Novalis (Friedrich Freiherr von Hardenberg, 1772 - 1801) in seinem Geburtshaus Schloss Oberwiederstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt).

Mit dem Porträt finden weitere 13 Gemälde von Rang, die zur Galerie der Ahnen von Novalis zählen, erneut ihren dauerhaften Platz in Oberwiederstedt.



Unbekannter Künstler
Bildnis Friedrich von Hardenbergs, genannt Novalis (zwischen 1790 und 1805)
Öl auf Leinwand auf Hartfaserplatte
57,0 x 51,8 cm

Download des Porträts

Eine Reihe von Gemälden bedürfen dringend der Restaurierung. Sparkassenstiftung und Sparkasse haben zusätzlich beschlossen, die aufwendigen Restaurierungsarbeiten zu ermöglichen.

Der Vorsitzende des Vorstands der Novalis-Stiftung, Dr. med. Arved Grieshaber (Freyburg i. Br.), äußert sich begeistert: "Novalis' Familie ist wieder in Oberwiederstedt vereint."

Claus Friedrich Holtmann, Vorsitzender des Vorstandes der Ostdeutschen Sparkassenstiftung: "Novalis hat tiefe Spuren in der Literatur und im Geistesleben der Deutschen hinterlassen. Sein Wirken ist eng mit der Geschichte Sachsen-Anhalts verbunden. Für die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Mansfeld-Südharz war es deshalb überhaupt keine Frage, dem herausragende Gemäldekonvolut mit dem einzig erhaltenden Porträt des Dichters seinen dauerhaften Ort in Oberwiederstedt zu geben."

Kunsthistorikern eröffnet sich mit der zurückgekehrten Ahnengalerie die Möglichkeit, vergleichende Forschungen zur immer noch unbekannten Autorschaft des berühmten Novalis-Gemäldes fortzusetzen. Es wurde zur Vorlage unzähliger Varianten nachfolgender Novalis-Bildnisse. Der Dichter Ludwig Tieck (1773 - 1853) hatte das Bild einige Zeit bei sich in Berlin. Eduard von Bülow (1803 - 1853), Herausgeber der Schriften des Novalis und Vater des berühmten Komponisten Hans von Bülow, wünschte sich eine Reproduktion des Gemäldes - vielleicht der Anlass für Eduard Eichen, nach diesem Ölbild 1846 seinen ebenfalls berühmten Stahlstich anzufertigen, der vielen Novalis-Ausgaben vorangegeben wurde.

Neben dem bekannten Porträt des Novalis umfasst die Hardenbergsche Ahnengalerie Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts, darunter vor allem ein Bildnis seines Vaters und ein Porträt seiner Mutter. Das Gemälde der Mutter zeigt sie mit ihrem ersten Enkelsohn, den Novalis' Schwester Caroline einen Tag vor dem Tod des Dichters am 24. März 1801 zur Welt brachte. Er wurde nach seinem Onkel auf den Namen Friedrich getauft.

Schloss Oberwiederstedt ist das Geburtshaus des Dichters, Philosophen und Bergbauingenieurs Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg, den man als Novalis kennt. Es hat eine abenteuerliche Geschichte: Die Familie der Freiherren von Hardenberg hatte man 1945 von ihrem Stammsitz vertrieben. Im Herbst desselben Jahres sollte das kleine Schloss gesprengt werden. Dann kam die Bodenreform, in deren Verlauf die Bilder, Bücher und Archivalien ausgelagert wurden. Es diente als Altersheim und sollte 1988 vollständig abgerissen werden. Der Initiative mutiger Wiederstedter Bürger ist es zu danken, dass dieser Abriss aufgehalten und stattdessen mit großer öffentlicher Unterstützung der Wiederaufbau und die Rekonstruktion begonnen werden konnten. So ist den Bildern und dem Andenken an Novalis ein Zuhause erhalten worden, in dem gemeinsam mit dem Landkreis und dem Land Sachsen-Anhalt seit 1992 die Internationale Novalis-Gesellschaft und seit 2001 die Novalis-Stiftung "Wege wagen mit Novalis" für eine breite Öffentlichkeit arbeiten.