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20. Magdeburger Telemann-Festtage

"Die wunderbare Beständigkeit der Liebe oder Orpheus" in Magdeburg

Als internationales Opernprojekt – ermöglicht durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stadtsparkasse Magdeburg - wird Georg Philipp Telemanns Oper "Orpheus" während der 20. Magdeburger Telemann-Festtage ihre Premiere am 13. März und mehrere Aufführungen am Theater Magdeburg erleben. Dies gaben die Veranstalter bei einer Pressekonferenz in Berlin bekannt.

„Das Barockorchester der Opera Fuoco (Paris) unter der Leitung von David Stern wird diese Oper, die auf Deutsch, Französisch und Italienisch gesungen wird, zu einem wahrhaft europäischen Musiktheatererlebnis machen“, so Karen Stone, Generalintendantin des Theaters Magdeburg.



Plakatmotiv "20. Magdeburger Telemann-Festtage"

Regie führt Jacob Peters-Messer, der Telemanns Orpheus bereits 1994 an der Berliner Staatsoper Unter den Linden inszeniert hat. Für ihn besteht Telemanns Oper, die 1726 in Hamburg uraufgeführt wurde, aus „Politik und Moral, versetzt mit Unterhaltung und Action. Im Zentrum aber bleibt, wie im Orpheus-Mythos, die Unmöglichkeit der Liebe. Und das Feuer der Leidenschaft, das am Schluss alle verbrannt hat.“

Georg Philipp Telemann weitet in seiner Version des bekanntesten Stoffes der Opernliteratur den Blick auf den antiken Mythos. Dabei führt er nicht nur mit Orasia eine beeindruckende dämonische Frauenfigur ein, sondern erzählt die Geschichte bis zum Tod des Orpheus zu Ende. Hervorhebenswert ist das dreisprachige Libretto. Telemann setzte die deutsche, französische und italienische Dichtung in eine vom jeweiligen nationalen Idiom beeinflusste Musik. Virtuose italienische Bravourarien, bewegende französische Ensembles und natürliche deutsche Rezitative sorgen für Spannung und musikalischen Genuss.

Dr. Rüdiger Koch, Bürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, freut sich, dass durch das Zusammenwirken verschiedener Akteure aus Kultur und Wirtschaft eine besondere Opern-Koproduktion möglich wurde, die nicht zuletzt ein sichtbares Zeichen europäischer Zusammenarbeit ist.

Über das umfangreiche Programm der 20. Magdeburger Telemann-Festtage informierte Carsten Lange, Wissenschaftlicher Leiter des Telemann-Zentrums der Stadt Magdeburg: „Kern der Programmkonzeption ist es, Telemann als eine agile Persönlichkeit vorzustellen, die das Musikleben wesentlich beeinflusst hat – mit Auswirkungen bis in die Gegenwart.“ Unter dem Motto „spielräume. HofMusikStadt“ steht 2010 Telemanns Wirken im Spannungsfeld zwischen höfischer Musikkultur und städtischem Musikleben vom 12. bis zum 21. März im Mittelpunkt des ebenso reichhaltigen wie internationalen Festivalprogramms. Es erstreckt sich im Jubiläumsjahr erstmals über zwei Wochenenden und wird von brillanten Interpretenstars gestaltet, u.a. La Stagione Frankfurt (Ltg.: Michael Schneider), Rheinische Kantorei (Ltg.: Hermann Max), Thomanerchor Leipzig (Ltg.: Georg Christoph Biller), Collegium Musicum 90 (Solist: Simon Standage), Musica Fiorita (Basel), Pratum Integrum (Moskau), Hille Perl, Maurice Steger, Ludger Rémy und Reinhard Goebel. Darüber hinaus ist der Schauspieler August Zirner in der Veranstaltung LesART zu erleben.

Neben den hochkarätigen Konzerten wird sich die Internationale Wissenschaftliche Konferenz ebenfalls dem Festtagsmotto widmen. Das 2008 bundesweit ausgezeichnete Jugendprojekt Telemann für Schüler gilt „Gullivers Reisen“, angelehnt an Telemanns musikalische Reflektion einzelner Abenteuer aus Jonathan Swifts Roman.