Aus 1 mach 3 am Ziel: Restaurierung der Mehmel-Orgel kann starten

Mehmel-Orgel in der Greifswalder Marienkirche wird mit Unterstützung von zwei Sparkassenstiftungen restauriert.

Greifswald, 10.10.2017. Es gibt grünes Licht: Die Restaurierung der Mehmel-Orgel in der Greifswalder Marienkirche kann beginnen. Im letzten November hatte die Evangelische Kirchengemeinde St. Marien Greifswald gemeinsam mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stiftung der Sparkasse Vorpommern unter dem Motto "Aus 1 mach 3 - Wir ziehen alle Register" eine besondere Spendenaktion ins Leben gerufen. Die beiden Sparkassenstiftungen hatten zugesagt, jeden seither für die Orgelrestaurierung in St. Marien gespendeten Euro zu verdreifachen. Diese Zusage galt bis zu einer Gesamtsumme aller Spenden von 35.000 Euro. Nach deutlich weniger als einem Jahr konnte jetzt bereits  das Ziel dank hoher Spendenfreudigkeit erreicht werden.

Die Orgel ist da größte erhaltene Instrument des Stralsunder Orgelbauers Friedrich Albert Daniel Mehmel (1827 - 1888).
Die Kirche St. Marien zu Greifswald - im Volksmund ''Dicke Marie'' genannt - prägt die Silhoutte der Universitäts- und Hansestadt.
Ziel der Spendenaktion war es, 35.000 Euro zu sammeln, die dann von den Sparkassenstiftungen verdreifacht werden, um die bedeutende Mehmel-Orgel in der Marienkirche zu restaurieren.

"Die Aktion Aus 1 mach 3 hat bestätigt, wie sehr sich die Greifswalder mit ihrer Hansestadt identifizieren. Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer vorpommerschen Sparkassenstiftung bei dieser bisher einmaligen Aktion gemeinsam mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung hilfreich sein konnten", so Ulrich Wolff, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Vorpommern und Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung der Sparkasse Vorpommern.

Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, ergänzte: "Zu bürgerschaftlichem Engagement zu motivieren und es zu begleiten, zählt zum Selbstverständnis der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Unser Konzept, die Menschen vor Ort bei ihrer Begeisterung für das kulturelle Erbe zwischen Ostsee und Erzgebirge abzuholen, ist einmal mehr aufgegangen."

Viele Spenderinnen und Spender haben dazu beigetragen, dass das Spendengesamtziel von 35.000 Euro erreicht werden konnte. Der Gesamtbetrag schließt zahlreiche anonyme Spenden ein, die über die in St. Marien und in den Sparkassenfilialen aufgestellten Spendenboxen eingeworben wurden. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stiftung der Sparkasse Vorpommern werden nunmehr die im Rahmen der "Aus 1 mach 3"-Aktion gesammelten Spenden um 70.000 Euro erhöhen.

Zuzüglich der Bundesmittel in Höhe von 85.000 Euro, die die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien genehmigt hat, stehen damit die notwendigen 190.000 Euro für die Restaurierung der Mehmel-Orgel zur Verfügung.

Die romantische Orgel der St. Marienkirche Greifswald ist das größte der noch erhaltenen Instrumente, die der prominente Orgelbaumeister Friedrich Albert Mehmel (1827 - 1888), ein Schüler des berühmten Orgelbauers Friedrich Ladegast (1812 - 1905) mit Werkstätten in Stralsund und Wismar, gebaut hat. Seine Greifswalder Orgel  gilt als ein meisterliches Instrument im Ostseeraum. Die Mehmel-Orgel in der St.Marienkirche  besticht durch ihren weichen, vielfältigen und gewaltigen Klang. Er ist in seiner Ursprünglichkeit erhalten geblieben, so dass mit der Restaurierung auch ein musikgeschichtlich wertvolles Instrument gerettet wird.

Zu Pfingsten 2018 soll sie erstmals wieder erklingen.
Musiker aus dem In- und Ausland schätzen die Orgel und bringen sie zu Gehör in den Gottesdiensten und an kirchlichen Festtagen, im Rahmen der Greifswalder Bachwoche, des Greifswalder Orgelsommers und der Orgelmusik zur Marktzeit, ebenso zum Stadtfest am Caspar-David-Friedrich-Tag und zur Orgelmusik im Kerzenschein in der Kulturnacht. Zur Zeit schweigt sie jedoch. Sie wird jetzt wieder instand gesetzt. Zu Pfingsten 2018 soll sie erstmals wieder erklingen.

Ostdeutsche Sparkassenstiftung
„Bewahren, Stärken, Begeistern.“ So könnte der Auftrag gelautet haben, mit dem die Ost­deutsche Sparkassenstiftung 1996 die kulturelle Bühne betrat: als Kulturstiftung und Ge­meinschaftswerk aller Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Allein oder gemeinsam mit öffentlichen, vor allem ehrenamtlichen Kulturinitiativen setzt sie sich dafür ein, Maßstäbliches und Meisterhaftes in Stadt und Region, in Ost- und Mittel­deutschland sichtbar zu machen. Von Kunst und Musik über Literatur und Theater bis hin zur Kulturgeschichte und Denkmalpflege reicht dabei ihr Spektrum – Talenteförderung und kultu­relle Bildung eingeschlossen.
Fast 2.000 Projekte wurden zusammen mit den heute 45 OSV-Sparkassen gefördert, beglei­tet und selbst realisiert. Dafür standen rund 80 Millionen Euro aus den Vermögenserträgen, dem überörtlichen Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens sowie den projektbezogenen Zusatzspenden der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Verfügung. Davon wurde allein im Land Mecklenburg-Vorpommern für 307 Projekte eine Gesamtsumme von mehr als 11 Millionen Euro bereitgestellt. Die Sparkassenorganisation unterstreicht damit ihre Rolle als größter nicht-staatlicher Kulturförderer in Deutschland.

Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft
Im Jahr 1993 errichtete die Sparkasse Vorpommern eine Stiftung, um auf Dauer und unab­hängig von den Erträgen der Sparkasse gesellschaftliches Engagement unterstützen zu können. Seit ihrer Gründung bis Ende 2016 schüttete die Stiftung knapp 2 Mio. EURO für 470 Projekte aus.

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