Ein Schloss erwacht aus seinem Dornröschenschlaf!

Stiftung und Sparkasse fördern Sonderausstellung im größten Schloss Sachsens

Schloss Hubertusburg (Wermsdorf/Sachsen), 27.04.2013. Das größte Schloss Sachsens erwacht aus seinem Dornröschenschlaf! Das Schloss Hubertusburg in Wermsdorf/Sachsen öffnet einen Sommer lang vom 28. April bis zum 5. Oktober seine Tore. Hartwig Fischer, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, stellten die neue Sonderausstellung „Die königliche Jagdresidenz Hubertusburg und der Frieden von 1763“ vor.

Die Jagdresidenz Hubertusburg in der Gemeinde Wermsdorf war nicht nur eine der bedeutendsten Residenzen des 18. Jahrhunderts in Deutschland, sondern ist auch heute noch eines der größten Jagdschlösser Europas und das größte Schloss in Sachsen. Die weitläufige Schlossanlage wurde in zwei Bauphasen zwischen 1721 und 1752 errichtet und diente August III. neben Dresden als zweite Residenz. Der sächsische Kurfürst und polnische König begab sich regelmäßig nach Wermsdorf, um hier seiner Jagdleidenschaft zu fröhnen. Schloss Hubertusburg wurde Schauplatz prachtvoller Feste und bedeutender musikalischer Aufführungen, doch die Glanzzeit währte nicht lange. Bereits vier Jahre nach der Fertigstellung des Schlosses begann der Siebenjährige Krieg und August III. musste vor der Bedrohung durch den Preußenkönig nach Warschau fliehen. In diesem auf mehreren Kontinenten geführten Krieg wurde Schloss Hubertusburg 1761 von preußischen Truppen bis auf die Kapelle vollständig geplündert. Schließlich kamen die Kriegsteilnehmer Preußen, Österreich und Sachsen 1763 hier zu Friedensverhandlungen zusammen, die den Siebenjährigen Krieg beendeten.

Trotz seiner historischen Bedeutung ist Schloss Hubertusburg heute kaum bekannt. Anlässlich des 250. Jahrestages des Hubertusburger Friedens rückt eine große Ausstellung dieses bedeutende Monument spätbarocker Baukunst wieder stärker ins Licht der Öffentlichkeit.

Königliche Jagdresidenz und Friedensort: Schloss Hubertusburg, Foto: Jörg Schöner, Dresden
Das größte Schloss Sachsens ist einen Sommer lang zu entdecken, Foto: Wolfgang Schmidt
Auserlesene Jagdwaffen wie dieses Weidbesteck von 1730 aus der Dresdner Rüstkammer bezeugen die Leidenschaft der sächsischen Kurfürsten für die Parforcejagd, © SKD, Foto: Jürgen Karpinski
Zwischen den Porträts von König August III. und seiner Gemahlin Maria Josepha: der Audienzstuhl, © SKD, Foto: Dirk Weber
Gezeigt wird auch die höfische Pracht: Tafelaufsatz mit König August III. zu Pferde von Johann Joachim Kaendler, Meißen, 1745, © SKD, Foto: Dirk Weber
In der Ausstellung zu sehen: Porträts des Kurprinzen Friedrich Christian von Sachsen und seiner Gemahlin Maria Antonia von Bayern, © SKD, Foto: Dirk Weber
Die Schlosskapelle ist ein „Schatzkästlein“ und wurde als einziges im Siebenjährigen Krieg nicht zerstört, Foto: Jörg Schöner
Das alles und mehr im Schloss Hubertusburg, Foto: Jörg Schöner, Dresden

Besonderes Augenmerk gilt während der Laufzeit der Ausstellung dem Vermittlungsprogramm für Schulklassen, Kinder und Jugendliche. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Leipzig unterstützen dieses Vorhaben von und für junge Leute.

Mit insgesamt rund 200 Werken lässt die Ausstellung auf rund 430 m² den Glanz einer Epoche lebendig werden, die mit dem Siebenjährigen Krieg und dem Tod Augusts III. im Friedensjahr 1763 ein abruptes Ende fand.
Die Kunstwerke stammen vor allem aus den Beständen der Rüstkammer, der Gemäldegalerie Alte Meister, der Porzellansammlung und des Kunstgewerbemuseums. Aber auch das Sächsische Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, das Militärhistorische Museum der Bundeswehr, das Stadtmuseum Dresden, die Städtische Galerie Dresden, das Armeemuseum Friedrich der Große in Kulmbach und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg stellten Leihgaben zur Verfügung.

In sechs Räumen der ehemaligen Beletage wird die Geschichte der barocken Hofjagd vorgestellt. Auserlesene Waffen und Utensilien der Jagd aus der Dresdner Rüstkammer bezeugen die Leidenschaft der sächsischen Kurfürsten für die Parforcejagd. Darüber hinaus ist Schloss Hubertusburg wie kein anderer Ort in Sachsen geeignet, dem Besucher die höfische Prachtentfaltung unter August III. vor Augen zu führen. Gezeigt werden der Audienzstuhl des Königs und weitere kostbare Möbelstücke, aber auch Gemälde und Porzellane.
Einige der Kunstwerke, die sich ehemals auf Schloss Hubertusburg befanden, sind erstmals wieder an ihren angestammten Ort zurückgekehrt. Zum Beispiel eine prachtvolle Vase mit Jagddarstellungen, die einst auf einem Kaminsims stand. Sie trägt als Deckelbekrönung die Figur eines Jägers mit seinen Hunden. Passend zu der in Hubertusburg gebräuchlichen Jagdkleidung ist die Vase in den Farben Gelb und Blau gestaltet und zeigt in den goldgerahmten Feldern Szenen der Parforcejagd.

Als eigenes „Schatzkästlein“ im Schloss gilt die katholische Kapelle, die als einziges im Siebenjährigen Krieg nicht zerstört wurde. In ihr befindet sich das größte barocke Deckengemälde Sachsens (400 m²), geschaffen von Johann Baptist Grone. Aber auch „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ kann sich im Kultursaal des Schlosses sehen lassen. Gezeigt werden Ausschnitte aus dem bekannten Filmepos und Originalkostüme aus den Filmstudios Babelsberg.

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