Glaskunst in der Johanniskirche Magdeburg

Zum 80. Geburtstag von Max Uhlig: Südseite fertiggestellt

Magdeburg, 23.06.2017. Langjährige Begleiter, Freunde und Förderer des Künstlers Max Uhlig kommen anlässlich seines 80. Geburtstages in der Magdeburger Johanniskirche zusammen. Dort realisiert der Künstler derzeit sein wohl größtes Projekt: die künstlerische Neugestaltung der 13 Fenster des Kirchenschiffs. Hier entsteht ein deutschlandweit bedeutendes Glaskunstwerk. Die Ruine der Magdeburger Johanniskirche mahnte 50 Jahre lang an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Seit Anfang der 1990er Jahre engagiert sich ein Kuratorium aus Magdeburger Bürgern für den Wiederaufbau der Johanniskirche. 1999 wurde die spätgotische Hallenkirche als Konzert- und Festsaal wieder eröffnet und gehört zu den „Ersten Adressen“ der Stadt. Der Wunsch des Kuratoriums und vieler engagierter Magdeburger: Als Abschluss des Wiederaufbaus sollte die Johanniskirche statt der einfach weißen Verglasung künstlerisch gestaltete Glasfenster erhalten.

Für die Südseite des Kirchenschiffes entwarf Uhlig eine monumentale, farbige Landschaft. Jedes Fenster ist ein Unikat. Zusammen entwickeln sie eine einzigartige Leuchtkraft und Farbpracht. Fotograf: Yorck Maecke
Mit seinen größten Chinapinseln bemalt der Dresdner Künstler die Farbfenster eigenhändig in Originalgröße. ''Keiner zieht die Pinsellinien so wie ich.'' Fotograf: Uwe Tölle
Der Einbau der Fenster erfolgte in Etappen. Fotograf: Yorck Maecke
Nachdem alle Fenster der Südseite eingebaut und die Gerüste weggeräumt sind, können die Magdeburger und Besucher der Stadt erstmals die neugestaltete Südseite in Augenschein nehmen. Fotograf: Yorck Maecke
Die Magdeburger Johanniskirche wurde 1999 als Konzert- und Festsaal wieder eröffnet. Fotograf: Yorck Maecke

 

 

"Unsere Stiftung unterstützt ausschließlich Projekte, die mindestens landesweit von Bedeutung sind. In über 20 Jahren unserer Fördertätigkeit in vier Bundesländern haben wir uns immer wieder mit künstlerisch gestalteten Kirchenfenstern beschäftigt. Keines dieser Projekte jedoch war in seiner künstlerischen Geschlossenheit, Größe, seinem Umfang und Finanzierungsbedarf mit den Fenstern von Max Uhlig für die Johanniskirche Magdeburg zu vergleichen. Eine Herausforderung. Zu allererst für den Künstler. Bald aber auch für alle daran Beteiligten. Das Fensterprojekt ist ein herausragender Beitrag zum Reformationsjubiläum – und steht der Stadt auch für ihre Kulturhauptstadtbewerbung ziemlich gut zu Gesicht", sagte Patricia Werner von der Geschäftsführung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.

 

Durch gemeinsame Bemühungen der Förderer und vieler Spender konnte ein wesentlicher Teil von Professor Max Uhligs Werk fertiggestellt werden. Zu seinem 80. Geburtstag wurde nun erstmals die aus sechs farbigen Fenstern bestehende Südseite in ihrer Gesamtheit präsentiert. Aus diesem Anlass lud der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Lutz Trümper, zu einer Festveranstaltung in die Johanniskirche. Damit sind 11 der insgesamt 13 Fenster bereits eingebaut.

Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stadtsparkasse Magdeburg beteiligen sich an dem großen Vorhaben mit ihrer „Aus 1 mach 3“- Spendenaktion. Zahlreiche Spender wurden auf diese Weise motiviert mitzumachen. Stiftung und Stadtsparkasse Magdeburg verdreifachen dabei erneut (nach 2013 bis 2015) alle eingehenden Spenden bis zu einem Höchstbetrag von 100.000 Euro.

Mehrere Prozesse und unzählige Handgriffe sind notwendig bis eines der 2,5m breiten und 12m hohen Fenster fertig ist. Dies ist nicht nur eine geistige, sondern auch eine rein körperliche Herausforderung für den Künstler, der eigenhändig bis zu 6 Farbschichten auf das Glas aufträgt. Es ist einzigartig, wie intensiv und persönlich sich der Künstler in den langen Prozess von der Planung bis zum Einbau eingebracht hat.

Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, und Patricia Werner von der Geschäftsführung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung unterstreichen die besondere Bedeutung des Projektes als Beitrag zum Reformationsjubiläum.

Die Kosten des Gesamtprojektes belaufen sich auf 1,37 Millionen Euro.

Noch fehlen rund 110.000 Euro, um die letzten beiden Fenster im Chorbereich der Kirche zu realisieren.

Das Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche bittet daher weiterhin um Spenden.

Spendenkonto
Empfänger:        Landeshauptstadt Magdeburg
Bank:                 Stadtsparkasse Magdeburg
IBAN:                 DE02 8105 3272 0014  0001 01
BIC:                   NOLADE21MDG
Verwendungszweck: „Johanniskirche“

„Bewahren, Stärken, Begeistern.“ So könnte der Auftrag gelautet haben, mit dem die Ostdeutsche Sparkassenstiftung 1996 die kulturelle Bühne betrat: als Kulturstiftung und Gemeinschaftswerk aller Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

Allein oder gemeinsam mit öffentlichen, vor allem ehrenamtlichen Kulturinitiativen setzt sie sich dafür ein, Maßstäbliches und Meisterhaftes in Stadt und Region, in Ost- und Mitteldeutschland sichtbar zu machen. Von Kunst und Musik über Literatur und Theater bis hin zur Kulturgeschichte und Denkmalpflege reicht dabei ihr Spektrum - Talenteförderung und kulturelle Bildung eingeschlossen.

Über 1.900 Projekte wurden zusammen mit den heute 45 OSV-Sparkassen gefördert, begleitet und selbst realisiert. Dafür standen rund 80 Millionen Euro aus den Vermögenserträgen, dem überörtlichen Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens sowie den projektbezogenen Zusatzspenden der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Verfügung.

Davon wurde allein im Land Sachsen-Anhalt für 405 Projekte eine Gesamtsumme von rund 18 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Sparkassenorganisation unterstreicht damit ihre Rolle als größter nicht-staatlicher Kulturförderer in Deutschland.

Kontakt