Mit Meerwasser gemalt

Kunstmuseum Ahrenshoop bekommt zwölf Zeichnungen von Michael Morgner

Ahrenshoop, 16.03.2017. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft sorgt für die Vergrößerung der Sammlung des Kunstmuseums Ahrenshoop. Gemeinsam erwarben sie zwölf Zeichnungen des Künstlers Michael Morgner, die nun als Dauerleihgaben dem Museum zur Verfügung gestellt werden.

Michael Morgner (*1942), Weide vor Gewitter, 1974, Feder, Tusche, 36 x 48 cm, 2016 von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft erworben für das Kunstmuseum Ahrenshoop
Michael Morgner (*1942), Mann am Meer – Ahrenshoop, 1985, Pinsel, Tusche, Lavage, 32 x 24 cm 2016 von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft erworben für das Kunstmuseum Ahrenshoop
Michael Morgner (*1942), Einsamkeit – Ahrenshoop, 1989, Pinsel, Tusche, Lavage, 35,6 x 47,8 cm, 2016 von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft erworben für das Kunstmuseum Ahrenshoop

Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, sagte bei der Übergabe: „Michael Morgner zählt zu den markanten Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart. Seit Jahrzehnten lebt und arbeitet er in Ahrenshoop. Inspiriert durch die maritime Umgebung entstanden dort unverwechselbare, experimentelle Arbeiten, die jetzt am Ort ihrer Entstehung ihren Platz finden und der Öffentlichkeit zugänglich werden."

Die zwölf Zeichnungen entstanden zwischen 1978 und den 2010er Jahren. Sie sind zumeist figürlich und beschäftigen sich mit der Auseinandersetzung des Einzelnen mit den Elementen, mit der Natur, aber auch mit der Sterblichkeit und Vergänglichkeit des Menschen. Die meisten dieser Zeichnungen sind nicht nur inspiriert durch Ahrenshoop und die Ostseeküste, sondern sie sind sogar direkt am Strand entstanden. Morgner nahm häufig seine Malutensilien mit ans Meer, um dort zu arbeiten, er griff maritime Motive auf und mischte seine Tusche mit Salzwasser. Etliche der erworbenen Werke entstanden in den 80er Jahren, einer sehr produktiven Zeit für Morgner, aber auch einer schicksalhaften, denn 1986 verstarb Morgners erste Ehefrau.

In diesem Jahr feiert Morgner seinen 75. Geburtstag. Aus diesem Anlass widmet ihm das Kunstmuseum Ahrenshoop eine Ausstellung. Michael Morgner wurde 1942 in Chemnitz geboren. Künstlerisch repräsentiert er eine eigenständige Position, die über weite Strecken seines Schaffens von einer ausgeprägten Protesthaltung zeugt. Aus der „Leipziger Schule“ hervorgegangen, hat sein Werk so gut wie keine Gemeinsamkeiten mit den Leipzigern. Mit seinen Karl-Marx-Städter Freunden Carlfriedrich Claus, Thomas Ranft und Gregor-Torsten Schade gründete Morgner 1977 die Produzentengalerie CLARA MOSCH, die mit spektakulären Aktionen hervortrat und das Ministerium für Staatssicherheit veranlasste, gegen die Gruppe vorzugehen. Schon seit den frühen 1970er Jahren nahm Michael Morgner an Pleinairs an der Ostsee teil, wobei er sich auch dort als Aktionskünstler hervortat. In Ahrenshoop war er erstmals 1975, ab 1978 bis ins Jahr 2014 dann jährlich in seinem Stammquartier bei der Familie Weiß in der Dorfstraße 28.

Die zwölf Zeichnungen werden auch in der Ausstellung zu sehen sein.

„Bewahren, Stärken, Begeistern.“ So könnte der Auftrag gelautet haben, mit dem die Ostdeutsche Sparkassenstiftung 1996 die kulturelle Bühne betrat: als Kulturstiftung und Gemeinschaftswerk aller Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Allein oder gemeinsam mit öffentlichen, vor allem ehrenamtlichen Kulturinitiativen setzt sie sich dafür ein, Maßstäbliches und Meisterhaftes in Stadt und Region, in Ost- und Mitteldeutschland sichtbar zu machen. Von Kunst und Musik über Literatur und Theater bis hin zur Kulturgeschichte und Denkmalpflege reicht dabei ihr Spektrum - Talenteförderung und kulturelle Bildung eingeschlossen.

Über 1.900 Projekte wurden zusammen mit den heute 45 OSV-Sparkassen gefördert, begleitet und selbst realisiert. Dafür standen rund 80 Millionen Euro aus den Vermögenserträgen, dem überörtlichen Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens sowie den projektbezogenen Zusatzspenden der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Verfügung.

Davon wurde allein im Land Mecklenburg-Vorpommern für 297 Projekte eine Gesamtsumme von mehr als 11 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Sparkassenorganisation unterstreicht damit ihre Rolle als größter nicht-staatlicher Kulturförderer in Deutschland.

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