Nolde und die Brücke

Sitftung und Sparkasse Leipzig fördern Ausstellung in Leipzig

Leipzig, 12.02.2017. Dass Emil Nolde (1867–1956) zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zählt, steht außer Frage. Selbiges trifft auch auf die Pioniere des Expressionismus Fritz Bleyl (1880–1966), Erich Heckel (1883–1970), Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) und Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) zu, die im Juni 1905 die Künstlergruppe Brücke in Dresden gründeten – Max Pechstein (1881–1955) kommt erst 1906 als Mitglied hinzu. Weit weniger bekannt ist hingegen, dass Nolde von Frühjahr 1906 bis Herbst 1907 Mitglied der Brücke war. Das Museum der bildenden Künste Leipzig und die Kunsthalle zu Kiel wollen dieses nicht zur Anschauung gebrachte Kapitel deutscher Kunstgeschichte in Zusammenarbeit mit ihren Kooperationspartnern Brücke-Museum Berlin und Nolde Stiftung Seebüll erschließen.

Emil Nolde, Maler Schmidt-Rottluff, Ölgemälde von 1906 © Nolde Stiftung Seebüll
Max Pechstein, Blumengarten, 1907, Privatsammlung © 2017 Pechstein Hamburg/Tökendorf
Erich Heckel, Marschland (Dangast), 1907, Brücke-Museum Berlin © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Gemeinsam eröffneten Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Dr. Hans-Werner Schmidt, Direktor des Museums der bildenden Künste Leipzig, Dr. Astrid Becker, Stellvertretende Direktorin der Nolde Stiftung Seebüll, Dr. Marcus Andrew Hurttig, Kurator des Museums der bildenden Künste Leipzig, Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig, Dr. Michael Ermrich, Vorstandsvorsitzender der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, und Patricia Werner von der Geschäftsführung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung die Ausstellung.

Die selten ausgeliehenen Frühwerke Noldes und der Brücke-Künstler werden in Leipzig in einem bis dahin nicht bekannten Umfang zusammengeführt, um die stilistischen Anregungen der beteiligten Künstler in den Gattungen Malerei, Zeichnung und Druckgrafik nachzuzeichnen. Dabei werden die Klischeekriterien, was ein expressionistisches Bild überhaupt ausmacht, kritisch hinterfragt. Denn in der Formierungsphase der Brücke, als Nolde Mitglied dieser Gemeinschaft war, bestimmen noch impressionistische Bildvorstellungen die Werkgenese. Im Fokus steht außerdem die frühe Form des „Networking“, das heißt die strategische Zusammenarbeit mit Galeristen, Sammlern und Museen, um den expressiv vorgetragenen Impressionen eine breite Öffentlichkeit zu geben. Aus diesem Grund legt das Ausstellungskonzept legt einen besonderen Wert darauf, Kunstwerke auszuleihen, die nachweislich auf den Brücke-Wanderausstellungen von 1906 und 1907 mit Beteiligungen Noldes zu sehen waren. Dies ermöglicht, das breite stilistische Erscheinungsbild der Künstlergruppe Brücke zu veranschaulichen.

"Bewahren, Stärken, Begeistern.“ So könnte der Auftrag gelautet haben, mit dem die Ostdeutsche Sparkassenstiftung 1996 die kulturelle Bühne betrat: als Kulturstiftung und Gemeinschaftswerk aller Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) in Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Allein oder gemeinsam mit öffentlichen, vor allem ehrenamtlichen Kulturinitiativen setzt sie sich dafür ein, Maßstäbliches und Meisterhaftes in Stadt und Region, in Ost- und Mitteldeutschland sichtbar zu machen. Von Kunst und Musik über Literatur und Theater bis hin zur Kulturgeschichte und Denkmalpflege reicht dabei ihr Spektrum - Talenteförderung und kulturelle Bildung eingeschlossen.

Über 1.900 Projekte wurden zusammen mit den heute 45 OSV-Sparkassen gefördert, begleitet und selbst realisiert. Dafür standen rund 80 Millionen Euro aus den Vermögenserträgen, dem überörtlichen Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens sowie den projektbezogenen Zusatzspenden der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Verfügung. 

Davon wurde allein im Freistaat Sachsen für 722 Projekte eine Gesamtsumme von mehr als 32 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Sparkassenorganisation unterstreicht damit ihre Rolle als größter nichtstaatlicher Kulturförderer in Deutschland.

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