Saisonauftakt mit "Löwengebrüll" im Park Bad Muskau

Bad Muskau, 1. 4. 2010. Nachdem am 14. August 2009 der erste Löwe auf der Schlossrampe des Muskauer Schlosses feierlich enthüllt wurde, folgt nun am 1. April 2010 die Aufstellung des zweiten Löwen. Die ursprüngliche Ansicht des Schlosses ist nun wiederhergestellt und erstrahlt in ihrem ursprünglichen Glanz.

Ein fünfjähriger Spendenmarathon findet damit dank der Unterstützung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, die neben den durch den Förderverein Fürst-Pückler-Park Bad Muskau e. V. eingeworbenen vielen größeren und kleinen Spenden den „Löwenanteil“ an der Finanzierung der zweiten Skulptur haben, seinen krönenden Abschluss.

Um 14.30 Uhr treffen sich Förderer, Spender und Vertreter aus Politik, Wirtschaft sowie der Vereine zum Festakt im Marstall. Nach der Begrüßung durch den Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium der Finanzen und Vorsitzenden des Stiftungsrates, Dr. Wolfgang Voß, sprechen Claus Friedrich Holtmann, Vorsitzender des Vorstandes der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sowie Helma Orosz in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Fördervereins Fürst-Pückler-Park Bad Muskau e. V., zum Abschluss des Löwenprojekts. Anschließend beginnt am Marstall der musikalisch angetriebene „Löwenzug“ zur Schlossrampe, der mit dem feierlichen Aufstellen des zweiten Löwen auf der Schlossrampe gegen 15.15 Uhr beendet sein wird.

Hintergrundinformationen:

Seit seiner Gründung am 1. Mai 2004 verfolgt der Förderverein Fürst-Pückler-Park Bad Muskau e. V. das Ziel, das kulturhistorische Erbe Pücklers zu bewahren und die Arbeit der Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ zu unterstützen. Als wichtigstes Ziel hat sich der Förderverein das Projekt der Wiederentstehung des Muskauer Löwenpaares auf der Schlossrampe auf die Fahnen geschrieben.

Die beiden Rampenlöwen stellten ein wesentliches Gestaltungselement der Schlosstreppe dar. Während Fürst Pückler einst nie realisierte Pferdeskulpturen für die repräsentative Schlossauffahrt vorgesehen hatte, ließ sein Nachfolger, Prinz Friedrich der Niederlande, 1857 seine monumentalen Wappentiere, den flämischen und wallonischen Löwen, demonstrativ auf der Rampe aufstellen.

Im Zweiten Weltkrieg erlitten die Skulpturen zwar starke Schäden, überdauerten aber die Kampfhandlungen. Ihr Schicksal wurde mit einem 1949 gefassten Stadtratsbeschluss besiegelt und die beiden Löwen zum Einschmelzen verkauft. Mit dem fortschreitenden Wiederaufbau des Neues Schlosses und der Instandsetzung der Schlossrampe wurde gerade aus der Muskauer Bevölkerung heraus der Wunsch immer lauter geäußert, auch die Löwen wieder entstehen zu lassen. Der Förderverein Fürst-Pückler-Park Bad Muskau e.V. griff diesen Wunsch auf und schaffte es in relativ kurzer Zeit – insbesondere ermöglicht von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien – die erforderliche Summe für das Löwenprojekt zusammenzutragen. Aber auch die vielen Kleinspenden aus der Region belegen dabei den hohen emotionalen Wert, den das Löwenpaar für viele Parkbesucher immer noch hat.

Mit den Löwen entsteht auf der Muskauer Schlossrampe dank des Engagements des Fördervereins Fürst-Pückler-Park Bad Muskau e. V. und der vielen Spender, auch ein hoffnungsfrohes Symbol für bürgerschaftliches Engagement. Der Freistaat Sachsen hat den ersten Löwen finanziert, die Aufstellung des zweiten Löwen konnte nun tatsächlich ausschließlich mit Hilfe der o. g. Spenden abgesichert werden.

Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Löwenplastiken begann mit der Beauftragung der Fa. Zehrfeld durch die Bautzener Niederlassung des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement. Auf der Grundlage historischer Fotos der Löwen fertigte der Künstler Kristof Grunert zunächst jeweils ein Modell aus Gips im Maßstab 1:5 an. Nach Abnahme der Entwürfe arbeitete er anschließend in Zusammenarbeit mit Steffen Bachmann an dem für den Abguss notwendigen Urmodell im Maßstab 1:1, welches dann für den Bronzeguss in 10 Teile zerlegt wurde. Die Kunstgießerei Lauchhammer übernahm binnen kurzer Zeit die Ausführung des Bronzegusses der einzelnen Segmente. Die einzelnen Gussteile wurden danach in mehreren Arbeitsschritten zusammengeschweißt. Die Oberfläche beider Bronzelöwen wurde anschließend ebenfalls durch Mitarbeiter der Kunstgießerei Lauchhammer ziseliert und überarbeitet. Die rund 3,30 m langen und 2,00 m hohen Bronzeskulpturen der Löwen bringen einzeln etwa 2 Tonnen auf die Waage. Eine endgültige gleichmäßige Oberflächenbehandlung beider Skulpturen wird in diesem Jahr noch ausgeführt.

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