Spendenaktion für Görminer Altar: Crowdfunding in Rekordzeit am Ziel

Görmin (Vorpommern), 17.12.2018. Das geschnitzte Meisterwerk in der Görminer St. Marienkirche hat mit Hilfe der Internetplattform „99 Funken“ in nicht einmal zwei Wochen soviel Aufmerksamkeit erhalten, dass für die dringend benötigte Altarrestaurierung bereits 2.000 Euro gespendet wurden. Das ist das Schwellenziel, bis zu dem die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stiftung der Sparkasse Vorpommern die Spenden verdreifachen. Durch diese und weitere Förderungen kann nun die Restaurierung des wertvollen Görminer Elias-Keßler-Altars realisiert werden.

Der Görminer Altar und seine Holzfiguren sind ein Glanzstück der vorpommerschen barocken Schnitzkunst.
Neben mehreren Engeln zeigen besonders die vier vollplastischen Evangelisten eine expressive Wirkung, wie sie selten angetroffen wird.
Kirchengemeinde und die beiden Sparkassenstiftungen hatten zu Spenden für die Altarrestaurierung aufgerufen: Auf jeden gespendeten Euro (bis zur jetzt erreichten Summe von 2.000 Euro) werden zwei oben auf gelegt. Das Ziel ist also erreicht.
Holzwurmfraß und verschiedene Übermalungen haben ihre Spuren hinterlassen. Lose Holzteile fallen immer wieder herab. Noch ist der Verfall zu stoppen, wenn die Restaurierung zeitnah erfolgt.
Im Jahr 1710 wurde er fertiggestellt. Der bedeutende Bildhauer Elias Keßler (um 1685-1730) war wohl maßgeblicher Schöpfer dieses Meisterwerkes.

Erst am 5. Dezember war die Spendenseite auf der Crowdfunding-Plattform „99 Funken“ freigeschaltet worden. Innerhalb von nur zwölf Tagen kam die erhoffte Summe zusammen. Als Sammelzeitraum waren 70 Tage veranschlagt worden. Aber es geht mit diesem Schwung weiter. Die Görminer Kirche sammelt noch bis zum 13. Februar. Ab jetzt zählt jede Spende einfach. Die ab jetzt eingehenden Spenden dienen dazu die Kanzelaufbauten von 1710 in die geplante Restaurierung mit einbeziehen zu können.

Der Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, Friedrich-Wilhelm von Rauch, sagte dazu: „Die große Spendenbereitschaft im ländlichen Vorpommern hat uns beeindruckt. Es ist uns eine Freude und Ehre, die eingegangen Spenden nun zu verdreifachen.“ Aus 2.000 Euro Spenden werden so gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern 6.000 Euro für diese gute Sache. Thomas Metzke, Vorstand der Stiftung, ergänzte „Schon beim Start der Aktion sprühten förmlich die Funken. Der Enthusiasmus des Kirchengemeinderates war ansteckend und das Ergebnis macht das Potential des Crowdfundings deutlich.“ Die beiden Sparkassenstiftungen fördern darüber hinaus das Restaurierungsprojekt bereits mit einem Sockelbetrag.

Der Vorsitzende des Görminer Kirchengemeinderates, Dr. Hartmut Behrndt, äußerte seine Begeisterung: „Wir waren zuversichtlich, das Spendenziel zu erreichen. Aber dass es in so kurzer Zeit erreichbar sein könnte, haben wir uns nicht einmal träumen lassen.“ Pastor Dr. Irmfried Garbe fügte an: „Wir sind allen Spenderinnen und Spendern für die beherzte, schnelle Hilfe überaus dankbar! Ohne die Unterstützung der Sparkassenstiftungen und „99 Funken“ wäre das so niemals möglich geworden."

Bis zum Beginn der Restaurierungsarbeiten werden nun noch einige Wochen vergehen. Eine fachgerechte Behebung der Schäden setzt klimatische Bedingungen voraus, die in der ungeheizten Görminer Kirche erst mit einsetzendem Sommer erreicht werden können. Der Kirchengemeinderat hat nach Absprache mit der Landesdenkmalpflege, dem Baudezernat der Nordkirche und dem Bausachverständigen des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises der aus der Region stammenden Restauratorin Jenny Heymel den Auftrag zur Wiederherstellung des bedeutenden Altarretabels erteilt. Der Görminer Altar und seine Holzfiguren gelten unter Kunsthistorikern als hervorragendes Meisterstück der vorpommerschen barocken Schnitzkunst. Im Gesamtwerk Elias Keßlers markieren die von seiner Hand geschaffenen Görminer Altarfiguren einen, wenn nicht den Ausgangspunkt in seiner pommerschen Tätigkeitsphase. Weitere Beispiele seiner Schnitzkunst finden sich an der 1710 überarbeiteten Görminer Kanzel. Sie bildet das zugehörige Pendant der Görminer Kirchenausstattung und ist ihrerseits restaurierungsbedürftig.

„Bewahren, Stärken, Begeistern.“ Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung fördert in diesem Sinne seit 1996 Kunst, Kultur und Denkmalpflege. Die Stiftung ist ein Gemeinschaftswerk aller Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Über 2.100 Projekte wurden zusammen mit den heute 45 OSV-Sparkassen gefördert, begleitet und selbst realisiert. Dafür standen rund 90 Millionen Euro aus den Vermögenserträgen, dem überörtlichen Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens sowie den projektbezogenen Zusatzspenden der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Verfügung.
Davon wurde allein im Land Mecklenburg-Vorpommern für 328 Projekte eine Gesamtsumme von rund 13 Millionen Euro bereitgestellt.

Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft
Im Jahr 1993 errichtete die Sparkasse Vorpommern eine Stiftung, um auf Dauer und unabhängig von den Erträgen der Sparkasse gesellschaftliches Engagement unterstützen zu können. Seit ihrer Gründung bis Ende 2017 schüttete die Stiftung über 2,2 Mio. EURO für knapp 500 Projekte aus.

Die Sparkassenorganisation ist der größte nicht-staatliche Kulturförderer in Deutschland.  

Kontakt