Chemnitzer Kunstbiennale POCHEN „Tage des Aufbruchs“ eröffnet

Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Sparkasse Chemnitz unterstützen Festival

Chemnitz, 08.11.2018. Heute wurde in der ehemaligen Hartmannfabrik die POCHEN Biennale eröffnet. Gezeigt werden Arbeiten von zehn Künstlerinnen und Künstlern, die dazu einladen, die Wismut- und Bergbaugeschichte aus anderen, neuen, verfremdeten Perspektiven zu betrachten. „Das Team POCHEN freut sich mit der ehemaligen Hartmannfabrik einen spannenden Ausstellungsort für die Biennale gewonnen zu haben. Wir hoffen mit der künstlerischen Intervention weitere Impulse zur Wiederbelebung eines einzigartigen Industriedenkmals zu leisten“, erklärte Benjamin Gruner, Projektleiter von POCHEN. Künstlerinnen und Künstler der Ausstellungshalle sind Zimoun, Susanne Kriemann, Martin Baraga & Olaf Bender, Grit Ruhland, Michael Saup, Andrea Lange, Jens Uhlig sowie Johannes Plank & Alabaster Becher.

POCHEN erzählt multimedial und alle zwei Jahre Geschichte und Geschichten rund um die Region. Mit Malerei, Klang, Worten, Installationen und Licht, audiovisuell, performativ, szenisch.
Herzstück der ersten Biennale ist die Ausstellung in der historischen Hartmannfabrik (hier im Bild). Im Mittelpunkt stehen Klang- und Rauminstallationen unter anderem von Olaf Bender und Martin Bricelj Baraga, die ihre audio-kinetische Arbeit ''Neunundneunzig'' präsentieren.
Im Foyer des smac wurden die Schweizer Künstlers ZIMOUN, dessen Klangarchitekturen auf industriellen Materialien basieren, präsentiert.

Einblicke in die Ausstellung und die Biennale POCHEN sowie ihre Bedeutung für die Region Chemnitz gaben Ulf Kallscheidt, Kurator POCHEN, Grit Ruhland, Künstlerin, und Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.

POCHEN erzählt multimedial und alle zwei Jahre Geschichte und Geschichten rund um die Region. Mit Malerei, Klang, Worten, Installationen und Licht, audiovisuell, performativ, szenisch. Dabei greift die Biennale jeweils ein Thema auf, das eng mit der Stadt, ihren Menschen, ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, vor allem aber mit ihrer Identität verbunden ist. Herzstück der ersten Biennale ist die Ausstellung in der historischen Hartmannfabrik und im Foyer des smac. Im Mittelpunkt stehen Klang- und Rauminstallationen unter anderem von Olaf Bender und Martin Bricelj Baraga, die ihre audio-kinetische Arbeit "Neunundneunzig" präsentieren (Hartmannfabrik), sowie des Schweizer Künstlers ZIMOUN, dessen Klangarchitekturen auf industriellen Materialien basieren (smac). Gezeigt werden zudem Arbeiten von Susanne Kriemann, Michael Saup, Grit Ruhland, Andrea Lange, Réne Seifert, Thomas Judisch, Johannes Plank, Jan Kummer, Katja Manz und Wilhelm Frederking. Außerdem gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Lesungen, Vorträgen, Diskussionen, Theaterstücken und Filmvorführungen.

Über „Tage des Aufbruchs“ & Wismut
Zwischen 1946 und 1990 ließ die sowjetisch-deutsche AG Wismut, mit Hauptsitz in Chemnitz Siegmar, in Thüringen und Sachsen Uran abbauen. Die Wismut: Rund eine halbe Million Bergmänner, Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Angestellte, ein Staat im Staat, 231.000 Tonnen Uran, einer der größten Uran-Produzenten der Welt. Für die Region ist die Wismut bis heute weitaus mehr als nur ein Fußballverein in Aue — sie schuf Infrastrukturen, war Arbeitgeber, Lebensmittelpunkt im Erzgebirge, aber eben auch Umweltverstrahler. Die Wismut bedeutete damals einen Aufbruch in eine neue Gesellschaft, in das Atomzeitalter, den Aufbruch in den Kalten Krieg.
Heute geht es um ein Aufbrechen der Erinnerungen. Hunderte, Tausende, vielleicht Millionen Identitäten entwickelten sich entlang der Schürfgruben und Halden der Wismut. Die damit verbundenen Geschichte(n) scheinen allmählich ebenso zu verschwinden wie die Überreste der Bergbautätigkeit. POCHEN – Tage des Aufbruchs will über das Medium Kunst dazu anregen, diese Geschichte(n) an die Oberfläche zu holen, sie sichtbar zu machen, sie einzubinden ins kulturelle Gedächtnis der Region.

Kontakt