„Die Feiningers. Ein Familienbild am Bauhaus“ wird Highlight 2019

Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Harzsparkasse fördern Ausstellung zum Bauhausjubiläum

Quedlinburg, 17.09.2018. Dr. Christian Philipsen, Generalsdirektor der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Dr. Eike Henning Michl, Wissenschaftsdirektor der Kulturstiftung, Michael Freitag, Direktor der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg, und Vertreter des Vorstands des Fördervereins nahmen von Wilfried Schlüter, Vorstandsvorsitzender der Harzsparkasse, eine Förderzusage für die Ausstellung „Die Feiningers. Ein Familienbild am Bauhaus“ entgegen. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Harzsparkasse unterstützen dieses spannende Ausstellungsprojekt in zwei Teilen, dass anlässlich von 100 Jahren Bauhaus ab Juni 2019 zu sehen sein wird.

Dr. Christian Philipsen, Generalsdirektor der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, nahm von Wilfried Schlüter, Vorstandsvorsitzender der Harzsparkasse, eine Förderzusage für die Ausstellung „Die Feiningers. Ein Familienbild am Bauhaus“ entgegen.
Michael Freitag, Direktor der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg, stellte dieses spannende Ausstellungsprojekt in zwei Teilen, dass anlässlich von 100 Jahren Bauhaus ab Juni 2019 zu sehen sein wird, vor.

Über die bedeutenden Institutionen der Moderne liegt ein reiches Material vor, das mit den Jubiläumsveranstaltungen des Landes weiter vertieft wird. Die eigentliche Produktionssphäre, die „Familie“ als soziales, emotionales, intellektuelles, musisches und privates Hinterland, ist bisher jedoch nicht vergleichbar untersucht worden. Die Ausstellung unternimmt erstmals den Versuch, den Aufbruch der Moderne im Fokus einer besonderen Künstlerfamilie zu bündeln.

Über zwei Generationen bildete die Familie Feininger eine disparate Produktionsgemeinschaft. Sie vollzog damit im Kleinen nach, was die Konstituierung der Moderne insgesamt bestimmte: Die Herausbildung von Schaffenskollektiven, die im Sinne einer Fortschrittsutopie miteinander korrespondierten. Diese Gemeinschaften formierten sich als Sezessionen, Künstlergruppen und Lehrstätten (wie dem Bauhaus in Dessau und der Burg Giebichenstein in Halle). Die Rolle des Künstlers wurde in den Gemeinschaften neu befragt. Nicht nur die Eltern, sondern auch deren Kinder mussten eigene Wege in die Emanzipation finden.

Dr. Christian Philipsen hebt die Bedeutung der Förderung hervor: „Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt ist mit zwei großen Projekten an den Initiativen zum Bauhaus-Jubiläum beteiligt. Sowohl im Kunstmuseum Moritzburg in Halle als auch hier in der Lyonel-Feininger-Galerie laufen die Vorbereitungen auf vollen Touren. Ausstellungen mit internationalen Leihgaben sind ohne die Mithilfe von Partnern kaum noch realisierbar. Deshalb sind wir der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Harzsparkasse für ihre Unterstützung besonders dankbar. Das gilt für die großzügigen Förderbeiträge, vor allem jedoch für das über Jahre aufgebaute Vertrauen, das die Voraussetzung für eine zuverlässige Partnerschaft ist.“

„Uns hat die Idee, zum Jubiläum die ungewöhnliche Thematik der Kunstausstellung mit dem Familienschwerpunkt zu verbinden. Es werden Grundschulkinder auf spielerische Weise mit der Kulturgeschichte ihrer Heimat in Berührung kommen. Als Harzsparkasse unterstützen wir sehr gerne interessante Kulturangebote für jung und alt in unserer Region. Gemeinsam mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sind wir der Feininger-Galerie seit vielen Jahren verbunden und fördern auch dieses Projekt “, so Wilfried Schlüter.

„Die Harzsparkasse ist Hauptsponsor unserer Galerie. Deshalb haben wir uns in diesem Jahr schon einmal zusammengefunden, um eine Zuwendung entgegenzunehmen, die dazu beiträgt, den laufenden Betrieb der Galerie stabil zu halten. Die Übergabe des Bescheids über eine bedeutende Projektförderung, wegen der wir heute hier sind, ist aber ein besonderes Ereignis. Sie unterstützt eine Ausstellungsidee, die ein kunsthistorisches Thema so öffnet, dass es nicht nur das Fachpublikum interessiert, sondern Besucher aus allen Kreisen und jeden Alters anziehen wird.“, erläutert Michael Freitag.

Andreas Feininger (1906–1999) wollte, anders als der Vater, in den Raum, in die Architektur, in das gediegene Handwerk, um dann ein weltbekannter Fotograf zu werden. T. Lux Feininger (1910–2011) fing als erster der Familie mit dem Fotografieren an, um dann in der Jazz-Kapelle des Bauhauses Erfolg zu haben und zuletzt doch Maler zu werden. Der mittlere Sohn Laurence (1909–1976) wurde Musikhistoriker und knüpfte so an die musikalischen und kompositorischen Bestrebungen seines Vaters an, der am Dessauer Bauhaus eigene Fugen uraufgeführt hatte.

Weiter ausgreifend werden auch Arbeiten von Julia Berg (1881–1970), Feiningers zweiter Frau, gezeigt. Sie hatte in Weimar Kunst studiert. Hinzu kommt mit Lore Feininger (1901–1991) eine Tochter aus der ersten Ehe Feiningers, die ebenfalls Fotografin wurde. Die Ausstellung bietet unbekannte und teilweise noch nie gezeigte Werke, Dokumente und Zeugnisse der Beteiligten und ihres weiteren Umfeldes. 

Das Bauhaus war kein Baumarkt!“
Parallel zur Hauptausstellung konzipiert die Museumspädagogik der Galerie in Kooperation mit der Klasse Spiel- und Lernmittel an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein eine eigene Ausstellung. Sie soll als Wissenswerkstatt den jüngeren Besuchern einen ersten Kontakt zum Thema „Bauhaus“ verschaffen. Spiel-Module, Zeichen, Materialien und Objekte wird die Kinder anregen, den Raum in besitz zu nehmen und zu erfahren, wovon sie bisher nichts wussten.

Es geht darum, Grundlagen für ein Gefühl des Herkommens zu schaffen, das zugleich besuchernah und praktizierbar bleibt. Die Kinder (und ihre Eltern) sollen über Anlass, Thema und Aktion eingestimmt werden, auch ohne Scheu die Hauptausstellung zu besuchen.

Beide Projekte bilden ein Projekt und werden so miteinander verbunden, dass im gesamten Museum das „Bauhausjubiläum 2019“ erlebbar wird. 

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