Großes, klingendes Weihnachtsgeschenk für die Hansestadt Havelberg

Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Kreissparkasse Stendal unterstützen die Restaurierung der Scholtze-Orgel der St. Laurentiuskirche

Hansestadt Havelberg, 09.12.2018. Unmittelbar vor der Aufführung des Weihnachtsoratoriums gab es eine große Überraschung in der Stadtkirche: Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, überreichte dem Havelberger Orgelrestaurierungsverein und Domkantor Matthias Bensch eine Förderzusage für die Restaurierung der Havelberger Stadtkirchenorgel. Die von Gottlieb Scholtze (1713 - 1783) gebaute Orgel befindet sich in einem schlechten Zustand und kann derzeit nicht bespielt werden. Ziel ist es nun, die Scholtze-Orgel zu restaurieren und wieder auf ihren Ursprungszustand von 1754 zurück zu führen. Der Orgelrestaurierungsverein und die Kirchengemeinde haben bisher mit Hilfe vieler Bürger, Unternehmen der Region und Besuchern der Hansestadt rund 97.000 Euro an Spenden sammeln können.

BildBei der prächtigen Barockorgel mit 32 Registern, von Gottlieb Scholtze 1754 für die Kirche St. Laurentius Havelberg gebaut, sind noch deutlich mehr als die Hälfte der Originalsubstanz erhalten. Nun wird die Orgel restauriert. Foto: Ev. Kirchengemeinde Havelberg

„Es erfüllt uns mit großer Freude und Dankbarkeit, dass wir von so vielen Menschen und Förderern bei unserem Orgelrestaurierungsprojekt unterstützt werden. Nun ist klar, dass die Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten im März 2019 zunächst in der Werkstatt und dann ab September 2019 auch vor Ort beginnen werden“, sagte Matthias Bensch.

„Die Scholtze-Orgel in der Hansestadt Havelberg ist ein wundervolles Kulturgut und es ist ein Segen für das ganze Land, dass noch so viel von ihr nach über 260 Jahren erhalten geblieben ist. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung trägt gemeinsam mit der Kreissparkasse Stendal gern dazu bei, dass die Orgel wieder zum Klingen gebracht wird“, sagte Friedrich-Wilhelm von Rauch.

„Viele Havelberger und Besucher der Hansestadt haben sich für diese einzigartige Sehenswürdigkeit engagiert. Wir greifen das gerne auf und unterstützen gemeinsam mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung dieses starke Engagement in unserer Region. Es ist uns als Kreissparkasse Stendal wichtig, dass die restaurierte Orgel Besucher anlockt und mit ihrem Klang die Menschen begeistert“, so Jörg Achereiner.

Bei der prächtigen Barockorgel mit 32 Registern sind noch deutlich mehr als die Hälfte der Originalsubstanz erhalten. Die Orgel zählt zu den wichtigsten Orgeln im Land Sachsen-Anhalt. Gottlieb Scholtze war ein Schüler des bekannten Orgelbauers Joachim Wagner (1690-1749) und hatte seine Orgelbau-Werkstatt ab 1740 in Ruppin. Er gilt als bedeutendster märkischer Orgelbauer in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Insgesamt 32 Neubauten sind von ihm erfasst, darunter auch die Havelberger Orgeln in der Stadtkirche und im Dom.

Die Orgel in der St. Laurentiuskirche wird eine große Bereicherung für die Stadt werden. Mit diesem herausragenden Referenzinstrument kann die traditionsreiche deutsche Barockmusik, insbesondere die Musik von J.S. Bach mit größter Authentizität zum Klingen gebracht werden. Sie wird neben der regelmäßigen Begleitung von Gottesdiensten in zahlreichen Konzerten und touristischen Orgelführungen zu hören sein. Darüber hinaus wird es Orgelmeisterkurse von Musikhochschulen und CD- Aufnahmen geben. Die Kirchenmusikstelle in Havelberg garantiert eine rege Nutzung auf lange Zeit. Es ist geplant, alle Arbeiten an der Orgel bis zum 31.10.2021 abzuschließen.

Die Arbeiten an der Orgel werden durch fünf Gewerke ausgeführt: Der mit Abstand größte Auftrag geht an die renommierte Orgelwerkstatt Wegscheider. Die farbliche Restaurierung des Gehäuses übernimmt das Restaurierungsatelier Dirk Zacharias und die prächtigen Rokokoschnitzereien werden von Stephan Thürmer aufgearbeitet. Alle drei Firmen haben bereits viele bedeutende Barockorgeln restauriert. Außerdem werden der Elektroanlagenbau Ralf Westphal aus Nitzow sowie Schwan Gerüstbau aus Bad Wilsnack beteiligt sein.

Bewahren, Stärken, Begeistern.“ Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung fördert in diesem Sinne seit 1996 Kunst, Kultur und Denkmalpflege. Die Stiftung ist ein Gemeinschaftswerk aller Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

Über 2.100 Projekte wurden zusammen mit den heute 45 OSV-Sparkassen gefördert, begleitet und selbst realisiert. Dafür standen rund 90 Millionen Euro aus den Vermögenserträgen, dem überörtlichen Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens sowie den projektbezogenen Zusatzspenden der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Verfügung.

Davon wurde allein im Land Sachsen-Anhalt für 470 Projekte eine Gesamtsumme von rund 21 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Sparkassenorganisation ist der größte nicht-staatliche Kulturförderer in Deutschland.

Kontakt