Schatz entdeckt!

Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Sparkasse Mecklenburg-Schwerin ermöglichten Ausstellung zum verschollenen Planschatz der Mecklenburger Herzöge

Schwerin, 22.03.2018. Im Jahr 2010 „entdeckte“ die Architekturhistorikerin Sigrid Puntigam in der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern eine Kiste mit etwa 560 bisher unbearbeiteten Zeichnungen und Druckgrafiken zur Architektur des Landes im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Die Überraschung war groß, als sich herausstellte, dass darüber hinaus auch Teile von Architektennachlässen und europäischen Bauprojekten enthalten waren. Daraufhin wurde in den letzten Jahren dieser Schatz mit Hilfe internationaler Experten bearbeitet und erschlossen. Es entstand ein einmaliges Panorama des Bauens in Mecklenburg-Vorpommern und Europa. Höhepunkt der Auseinandersetzung mit diesem Bestand ist die Ausstellung "Schatz entdeckt!" des Staatlichen Museums Schwerin. Sie bietet erstmals anhand von zentralen Werken Einblick in das herrschaftliche Bauen Mecklenburg-Vorpommerns um 1800.

Sparkassenstiftung und Sparkasse Mecklenburg-Schwerin begleiteten das Projekt zum verschollenen Planschatz der Mecklenburger Herzöge von Beginn an. Hier ist die befestigte Schlossarchitektur mit Treppenanlage und Obelisk zu sehen; © Sammlungen Landesbibliothek MV, Slg 03 Plan 187
J. F. Wachsmuth, Dedikationsblatt für Herzog Friederich den Frommen mit dem alten und dem neuen Schloss (Klenow und Ludwigslust), um 1777, Feder, teilweise aquarelliert; © Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern
Johann Joachim Busch, Aufriss der Fassade der Hofkirche in Ludwigslust, um 1663/64, Grafit und Feder in Schwarz, grau laviert; © Sammlungen Landesbibliothek MV, Slg 03 Plan 220
Johann Friedrich Fechhelm, Blick vom Dach des Ludwigsluster Schlosses auf die Stadt; © Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern
Jean-Laurent Le Geay, Vue de l'église catholique à Berlin, 1747, Radierung und Kupferstich; © Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern
Johann Friedrich Fechhelm, Blick vom Schloss Ludwigslust durch den Portikus auf die Stadtkirche, Öl auf Leinwand; © Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern, Foto: G. Bröcker
Johann Gottfried Groth, Das mittlere Kabinett der Galerie im Schweriner Schloss, 1798; © Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern
Martin Engelbrecht nach Johann Christian Löwen, Prospekt des hochfürstlichbischöflichen Lustgartens zu Eutin, 1743, Kupferstich; © Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern, Foto: G. Bröcker

Das Land an der Ostsee war nicht nur kulturell und künstlerisch, sondern auch architektonisch Bestandteil eines europäischen Raumes, der von Kopenhagen im Norden bis nach Rom im Süden sowie von St. Petersburg im Osten bis nach Paris im Westen reichte. Die Spuren sind noch heute im Land anhand von Residenzen, Schlössern und Herrensitzen zu erleben.

"Die Förderentscheidung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung ist von der Überzeugung geleitet, dass es sich um ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt von hohem Rang handelt und der Planschatz einen exzellenten Fundus für die Landesgeschichte darstellt. Ganz besonders freuen wir uns im Rahmen der Sonderausstellung auf die Einladung junger Studierender der Hochschule Wismar an die Besucher zu einer frischen, jungen Tour durch die mecklenburgische und europäische Architekturwelt des 18. Jahrhunderts", so Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.

Die Themen der Ausstellung sind der überraschende Fund der Zeichnungen und ihrer vielfältigen Zusammenhänge. Es werden maßgebliche europäische Werke vorgestellt, darunter die architektonischen Juwelen des Landes wie Schloss Schwerin, Schloss Ludwigslust, das Palais in Rostock oder Schloss Bothmer. Auch das Verhältnis der Baumeister zu ihren Bauherren, den Schweriner Herzögen, wird beleuchtet.

"Der Mecklenburger Planschatz bereichert das Wissen um die Geschichte unseres wunderschönen Landes und dessen architektonischer Ambitionen. Die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin hat sich neben der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sehr gern für die wissenschaftliche Analyse, die Aufbereitung und nicht zuletzt die Präsentation im Rahmen einer Ausstellung engagiert. Besonders erfreulich ist, dass die restaurierten Pläne dauerhaft an verschiedenen Stellen, unter anderem in den Schweriner und Ludwigsluster Schlössern, diesen Aspekt der Landesentwicklung für die Besucher eindrucksvoll illustrieren werden", sagte Kai Lorenzen, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin.

"Der Fund des „Mecklenburgischen Planschatz“ war nicht nur für Mecklenburg-Vorpommern ein Glücksfall, sondern für die gesamte Kunst- und Architekturgeschichtsschreibung. Dieses Material wissen-schaftlich und ebenso für ein breites Publikum zu erschließen und zu präsentieren ist ganz im Sinne unseres Gründers Ernst von Siemens, der vor allem die Grundlagenarbeit mit den Beständen der Kultur-einrichtungen fördern wollte. Seit der Gründung der Kunststiftung im Jahr 1983 konnten so bereits etwa 1200 Ausstellungen mit Bestands-katalogen gefördert werden. Der Katalog zum Mecklenburgischen Planschatz fügt sich hervorragend in diese Reihe ein", freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung.

Die Ausstellung richtet sich an ein breites Publikum und erzählt die Geschichte der Zeichnungen sowie der errichteten Gebäude und Anlagen in lebendiger Weise anhand von Filmen, digitalen Rekonstruktionen und Modellen.

Die Ausstellung wird mithilfe der Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der Ernst von Siemens Kunststiftung realisiert. 

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