St. Katharinen zu Brandenburg a. d. Havel

Restaurierung des Hedwigaltars und die Konservierung der mittelalterlichen Wandmalereien in der Südvorhalle der St. Katharinenkirche zu Brandenburg an der Havel beginnen

Brandenburg a. d. Havel, 20.10.2011. St. Katharinen, die Pfarrkirche der Brandenburger Neustadt, ist ein Meisterwerk der späten Backsteingotik des 15. Jahrhunderts und hütet wahre Schätze. Während die qualitätvollen Malereien an Chorgewölbe und Nordkapelle schon in den zurückliegenden Jahren restauriert werden konnten, können jetzt auch die Erhaltungsarbeiten an den kunsthistorisch wertvollen Wandmalereien und dem Hedwigsaltar beginnen, der der Schutzheiligen der Berliner und Schlesier gewidmet ist. Dies wird möglich durch die Entscheidung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, sich hier einzusetzen.

BildHedwigaltar in der St. Katharinenkirche zu Brandenburg an der Havel

Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, überreichte gemeinsam mit Ernst Dienst, Mitglied des Vorstands der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, den Förderbescheid, der den Beginn der Restaurierung möglich macht.

Von Rauch sagte bei der Übergabe: „Unter Brandenburgs Kirchen nimmt die St. Katharinenkirche in Brandenburg a. d. Havel eine sehr prominente Stellung ein. Sie ist ein Meisterwerk der Backsteingotik und hütet wahre Schätze. Stiftung und Sparkasse setzten sich deshalb gerne dafür ein, dass jetzt auch die mittelalterlichen Wandmalereien und der Hedwigsaltar - beides  kunsthistorische Kostbarkeiten – für künftige Generationen erhalten werden können.“

Ernst Dienst ergänzt: "Wir unterstützen sehr intensiv das bürgerschaftliche Engagement in unserem Geschäftsgebiet. Deshalb tragen wir gern dazu bei, dass die einst von einem Bürger der Stadt Brandenburg gestifteten Kunstwerke wieder in würdiger Form präsentiert werden können."

Die Südvorhalle wurde um 1498 eingewölbt und mit großformatigen Darstellungen des Leidens und Sterbens Jesu Christi ausgemalt, die sich jedoch nur noch fragmentarisch erhalten haben. An der Ostwand ist vor dem Hintergrund einer weitläufigen Stadtansicht von Jerusalem die Gefangennahme und Verspottung Jesu dargestellt. Der bedenkliche Zustand dieser Wandmalerei erforderte 2009 zunächst eine Notsicherung und zugleich die Entwicklung eines weiterführenden restauratorischen Konzeptes zur Konservierung und Restaurierung des Bestandes. Dieses Konzept soll die Südvorhalle mit ihrer bild- und baukünstlerischen Ausstattung wieder in ihrer Gesamtwirkung, als geschichtlich gewachsene Gesamtleistung erlebbar werden lassen. 

Der in der angrenzenden Südkapelle aufgestellte Hedwigsaltar steht in engem zeitlichen Zusammenhang mit den Wandmalereien der Südvorhalle. Beide sind durch denselben Stifter der St. Katharinenkirche zugeeignet worden, bei dem es sich um eine bedeutende Persönlichkeit des städtischen Lebens gehandelt haben muss. Seine Hausmarke und Initialen „v. h.“ finden sich sowohl auf einer Gewölbekonsole in der Südvorhalle als auch auf dem rechten Flügel des Hedwigsaltars. Der Altar weist gravierende Schäden an der Farbfassung auf. Er zählt zu den wenigen vollständig erhaltenen vorreformatorischen Altarretabeln im Land Brandenburg und ist von beachtlicher künstlerischer Qualität.

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