Potsdam, 24.03.2011. Im Fontane-Archiv in Potsdam wurden die frisch erworbenen Briefkonvolute von Theodor Fontane mit Briefen an den Amtsrichter Georg Friedlaender und den Schriftsteller Fritz Mauthner vorgestellt.
"Wir haben zugegriffen, um die Konvolute für das Land Brandenburg zu sichern. Der Erhalt dieser Handschriften bedeutet eine langfristige kulturelle Stärkung des Landes", so Claus Friedrich Holtmann, Vorsitzender des Vorstands der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, während der Präsentation der Handschriften.
Das Konvolut mit Fontanes Briefen an Friedlaender gehört mit 276 Briefen und Postkarten zu den umfangreichsten Korrespondenzen Fontanes. Georg Friedlaender, den Fontane 1884 während einer Sommerfrische kennengelernt hatte, wurde schnell zum wichtigsten Korrespondenzpartner des alten Fontane. Die erste Veröffentlichung der Briefe im Jahre 1954 sorgte für eine kleine literarische Sensation. Ihre emphatische Besprechung durch Thomas Mann machte die Briefe international bekannt und leitete die Fontane-Renaissance der 60er und 70er Jahre ein.
Das zweite Konvolut mit 59 Briefen und Postkarten an den Schriftsteller, Kritiker und Sprachphilosophen Fritz Mauthner bietet einen spannenden Einblick in das literarische Berlin kurz vor der Jahrhundertwende. Mauthner, der aus einer angesehenen Prager jüdischen Familie stammt, galt seit den späten 1870er Jahren als eine Instanz im literarischen Leben. Ein persönlichen Kontakt zu Fontane kam er erst durch eine positive Besprechung von Fontanes Roman Irrungen Wirrungen (1887), der damals einen Skandal ausgelöst hatte. In der Folge erschien Fontanes Roman "Stine", dessen Abdruck die Vossische Zeitung abgelehnt hatte, in Mauthners Zeitschrift "Deutschland".
Der Ankauf gelang durch gemeinsames Engagement der Kulturstiftung der Länder, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam.


