Leipzig, 18. 3. 2010. Nach Abschluss umfassender Baumaßnahmen präsentiert sich das Bach-Archiv der Öffentlichkeit als ein neues, modernes und attraktives Bach-Zentrum mit deutlich erweiterter Ausstellungsfläche am Thomaskirchhof in Leipzig.
Bach-Archiv Leipzig, Grafik: Gregor Fuchshuber & Partner Freie Architekten
Das historische Bosehaus, Sitz des Leipziger Bach-Archivs mit Forschungsinstitut, Bibliothek, Bach-Museum, war seit Januar 2008 von Grund auf renoviert worden. Ziel war, das historische Gebäudeensemble des Bosehauses zu sanieren und einen Erweiterungsbau für das Bach-Museum zu errichten. Die Gesamtmaßnahme umfasste neben den Umbauten im Inneren die Sanierung der Fassade und des Daches und diente dem Erhalt sowie der Verbesserung der Funktionalität des historisch bedeutenden Gebäudes. Nach dem Umbau liegt die Gesamtnutzungsfläche bei zirka 3.000 Quadratmeter. Sie ist damit um knapp ein Drittel gewachsen.
Neben der bisher museal genutzten Beletage des Bosehauses vergrößerte sich durch den Aus- und Anbau die Museumsfläche um mehr als 300 Prozent. Verbesserte konservatorische Bedingungen sowie erhöhte Sicherheitsstandards schaffen angemessene Voraussetzungen sowohl für die Dauerausstellung als auch für die Kabinettausstellungen.
Das Bach-Museum präsentiert Leben und Wirken des Komponisten in einer völlig neu gestalteten Ausstellung. Den Höhepunkt bildet die im Erweiterungsbau untergebrachte, klimatisierte Schatzkammer, die erstmals angemessene Bedingungen für die Präsentation originaler Bach-Handschriften und anderer Kostbarkeiten bietet. Außergewöhnliche Objekte sind zu entdecken. Einige davon waren noch nie oder wurden seit Jahrzehnten nicht mehr ausgestellt. Dazu gehören der Orgelspieltisch aus der Leipziger Johanniskirche, ein Kästchen mit Überresten aus Bachs Grab und eine in Meißen entdeckte, aus Bachs Nachlass stammende Geldkassette. Im "Forschungslabor" können die Besucher interaktiv die Methoden der Bach-Forschung kennen lernen und so Einblicke in die Arbeit des Bach-Archivs gewinnen. Das Hören spielt im gesamten Bach-Museum eine große Rolle: Klangrohre, Raummusik, ein Klangraum zu Bachs Orchester und Hörstationen bringen die Musik Johann Sebastian Bachs und das barocke Instrumentarium zum Klingen. Die gesamte Ausstellung ist zweisprachig gehalten.
Die Gesamtkosten des Umbaus einschließlich der Neueinrichtung von Bach-Museum und Bibliothek liegen bei gut sieben Millionen Euro. Die Renovierung des Bosehauses sowie die Neugestaltung von Museum und Bibliothek des Bach-Archivs wurden durch Fördermittel aus dem Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" der Bundesrepublik Deutschland, des Freistaates Sachsen und der Stadt Leipzig möglich. Der notwendige Eigenanteil von rund zwei Millionen Euro wurden von privaten Förderern und Stiftungen aufgebracht. Auch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Leipzig beteiligten sich maßgeblich daran.
