Fasanenschlösschen Moritzburg

Schon Zeitgenossen nannten es das Paradies in der Nussschale. Auf nur 180 Quadratmetern Grundfläche entpuppt sich das Moritzburger Fasanenschlösschen bei Dresden als ein komplettes Abbild des höfischen 18. Jahrhunderts: voller Luxus und Exotik. Das einzige vollständig im Stil des späten Rokoko erhaltene Schloss Sachsens liegt nur wenige hundert Meter neben dem viel bekannteren Moritzburger Jagd- und Lustschloss Augusts des Starken (1670 – 1733) – und ist doch meilenweit davon entfernt.

Bild Fasanenschlösschen Moritzburg

Gemeinsam mit der Sparkasse Meißen wurde von 2010 bis 2013 die Wiederherstellung wertvoller Wandbespannungen im Fasanenschlösschen gefördert.

Bertrand du Vignaud, Präsident des World Monuments Fund Europe: "Die Wiederherstellung des erlesenen Interieurs des Fasanenschlösschens in Moritzburg ist ein Projekt, das der WMF Europa mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt. Nicht nur die Originalität der Wanddekorationen weckte unser Interesse, als wir den Pavillon vor einigen Jahren entdeckten, sondern auch die bemerkenswerte Arbeit der Restauratoren unter der Aufsicht der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen und der Schlossleitung. Die Ergebnisse dieser Arbeit hinterlassen bei jedem an der Geschichte von europäischen Inneneinrichtungen aus dem 18. Jahrhundert Interessierten einen bleibenden Eindruck. Der WMF genoss diese neuerliche Partnerschaft mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, nach den Erfolgsgeschichten der abgeschlossenen Restaurierungen in Ziesar, Torgau und seit kurzem auch des Unteren Fürstenquartiers des Neuen Palais in Potsdam. Diese bemerkenswerten Zeugnisse deutschen Kulturerbes, verdienen unserer Ansicht unsere volle Unterstützung und wir hoffen, dass sie viele Besucher anlocken."

Claus Friedrich Holtmann, Vorstandsvorsitzender der Ostdeutschen Sparkassenstiftung: "Wir sind sehr froh, dass wir unseren Partner World Monuments Fund ins sogenannte ‚Paradies in der Nussschale‘ locken und gemeinsam mit der Sparkasse Meißen die Wiederherstellung der Wandbespannungen im Moritzburger Fasanenschlösschen ermöglichen konnten. Ein so außergewöhnliches Vorhaben kann nur gemeinsam gelingen. Dieser Ort ist ein denkmalpflegerisches Highlight in den ostdeutschen Bundesländern und darüber hinaus."

Die historischen Wandverkleidungen im Fasanenschlösschen Moritzburg
Das Fasanenschlösschen Moritzburg, das einzige im Spätrokoko-Stil erhaltene Schloss Sachsens ist seit 2007 wieder für Besucher geöffnet und zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Kulturlandschaft Moritzburg. Noch als Kurfürst errichtete Friedrich August III. von Sachsen (1750–1827) in dem kleinen Schloss einen kompletten Hofstaat en miniature. Jedes Kabinett besaß eine außerordentlich wertvolle Wandbespannung – gefertigt entweder aus Federn, Seide oder Stroh. Seidentapeten gehörten zu den teuersten Raumausstattungen des 18. Jahrhunderts, sie waren nur an Fürstenhöfen anzutreffen. Das weltweit bekannte Federzimmer im Schloss Moritzburg stand Pate für die später entstandene Federtapete im Schlafkabinett des Fasanenschlösschens. Diese Federtapete ist neben dem Moritzburger Federnzimmer die weltweit einzige ihrer Art.

Fasanenschlösschen Moritzburg

Claus Friedrich Holtmann, Rolf Schlagloth, Bertrand du Vignaud und Dr. Christian Striefler bei der Eröffnung. Das kleine Schloss beherbergt so manche Überraschung wie diese Seidentapeten... Ebenso besonders sind die Strohtapeten im Toilettenzimmer des Kurfürsten. Viele kleine Details erinnern an den Geschmack und die Vorlieben dieser Zeit... Die Strohtapete nahm im Laufe der Jahrhunderte schweren Schaden und wurden in aufwendiger Handarbeit restauriert. Diese Federtapete im Schlafkabinett ist neben dem Moritzburger Federnzimmer die weltweit einzige ihrer Art. Die dunkleren Stellen lassen erkennen, wie die Federtapete vor der Rekonstruktion aussah. Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen (1750–1827) errichtete in dem kleinen Schloss einen kompletten Hofstaat en miniature.

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